KRISTINA ENNING | Neuraltherapie REGULATIONSMEDIZIN NEURALTHERAPIE Natürlich gesund

Was bedeutet Neuraltherapie?

Die Neuraltherapie zählt zu der sogenannten Umstimmungs- und Regulationstherapie im Bereich der Komplementärmedizin und wurde im 20. Jahrhundert von den Brüdern Huneke entwickelt. Bei der Neuraltherapie wird ein örtliches Betäubungsmittel zu therapeutischen und diagnostischen Zwecken an bestimmte Stellen des Körpers injiziert.

 

Aus komplementärmedizinischer Sicht ist das Ziel der Neuraltherapie die Korrektur einer Dysbalance von neuralen Reizzuständen um Funktionsstörungen des gesamten Organismus zu lösen und die Selbstheilungskräfte des Körpers zu aktivieren. Das Lokalanästhetikum (z.B. Procain) hat dabei einen direkten Einfluss auf das vegetative Nervensystem bei chronischen aber auch akuten Beschwerden.

AUF EINEN BLICK

Anwendungsbereiche:

Störung der Durchblutung und Wundheilung, Narben, Sportverletzungen und Überlastungsschäden, Kopfschmerzen und Migräne, Rückenschmerzen und Muskelverspannungen

Anwendungsverfahren:

Regulationsmedizin

Behandlungsart:

minimal-invasiv

Behandlungsdauer:

ab 30 Minuten

Benötigte Sitzungen:

3-10 Behandlungen, wöchentlich  – Je nach Beschwerdebild und Chronifizierung

Nachbehandlung:

kurze Ruhephase

Kosten pro Sitzung:

ab 30€ – je nach Behandlungsareal und Wirkstoffen

ERGÄNZENDE BEHANDLUNGEN

Zur Immunsystemstärkung und Durchblutungsförderung kann zusätzlich eine Infusionstherapie sinnvoll sein.

Die Neuraltherapie unterteilt sich je nach Indikation in die Störfeld- und die Segmenttherapie.

 

 

Störfeldtherapie – Behandlung mit Fernwirkung auf andere Körperregionen

Nach Huneke handelt es sich bei Störfeldern um vegetative Nervenbahnen, die sich in einem pathologischen chronischen Reizzustand befinden (z.B. Narben). Selbst verursachen diese keine Beschwerden, erzeugen allerdings durch nervliche Impulse und Übertragungen in ganz anderen Regionen des Körpers Dysbalancen, die den Organismus irritieren bzw. schwächen und somit Beschwerden erzeugen können.

 

 

Segmenttherapie – Behandlung am Ort des Schmerzes

Bei der Segmenttherapie wird ein lokales Betäubungsmittel durch Quaddeln mit feinsten Nadeln in die oberen Hautschichten im Bereich der Beschwerden oder am Ort des Schmerzes eingebracht. Die Reizzustände werden zeitweise oder auf Dauer unterbrochen und somit vielfältige Beschwerden, wie sie zum Beispiel durch Muskelverhärtungen entstehen, aufgelöst. Aber nicht nur Muskeln, sondern auch Bänder und Nerven sprechen auf diese Therapie sehr gut an.

Der Nutzen der Neuraltherapie ist durch klinische Studien und eine große Zahl von Heilerfolgen belegt. Durch die entspannende, entzündungshemmende, durchblutungsfördernde, lymphabflussanregende und Blockaden aufhebende Wirkung setzt sie nachhaltig Heilungsprozesse in Gang, nicht nur bei akuten, sondern gerade auch bei chronischen Beschwerden. Während die betäubende Wirkung der Lokalanästhetika bereits nach 15 bis 20 Minuten nachlässt hält die Selbstregulierung des Körpers über einen längeren Zeitraum anhält.

 

Die Neuraltherapie kann bei akuten Beschwerden wie Verletzungen aber auch vor allem bei chronischen Funktionsstörungen angewendet werden. Bei chronischen Beschwerden zeigt sich erst nach mehreren Sitzungen ein Effekt, da die Beeinflussung des vegetative Nervensystems erst nach und nach Wirkung zeigt.

 

Die Erkrankungen bei denen die Neuraltherapie zum Einsatz kommt, sind zahlreich und stammen aus praktisch allen Gebieten der Medizin, z.B.:

 

• Störung der Durchblutung und Wundheilung

• Sportverletzungen und Überlastungsschäden

• Kopfschmerzen und Migräne

Bei korrekt durchgeführter Injektionstechnik ist die Neuraltherapie in der Regel eine nebenwirkungsarme Methode. Kleinere Blutergüsse im Bereich der Injektionsstellen sind möglich. Procain zerfällt binnen weniger Minuten nach in Injektion in zwei Bestandteile, die für den Körper unschädlich sind und im Gegensatz zu anderen Medikamenten vom Körper nicht entgiftet werden muss.

 

Die Neuraltherapie hat jedoch ihre Grenzen und darf nicht angewendet werden bei:

• schweren Infektionskrankheiten

• immunologischen Erkrankungen

• Allergien (vor allem gegen das Lokalanästhetikum!)

• akuten Entzündungen des betreffenden Hautareals

• Blutgerinnungsstörungen

• Patienten mit sehr niedrigem Blutdruck oder Kollapsneigung 

 

Weitere Informationen:

Bund Deutscher Heilpraktiker
Deutsche Gesellschaft für Neuraltherapie