KRISTINA ENNING | Gesprächstherapie REGULATIONSMEDIZIN GESPRÄCHS-
THERAPIE
Natürlich gesund

Was ist Gesprächstherapie?

Die Gesprächstherapie – auch klientenzentrierte, personenzentrierte oder non-direktive Psychotherapie genannt – wurde Mitte des 20. Jahrhunderts vom Psychologen Carl R. Rogers begründet und zählt zu den häufigsten Formen der Psychotherapie.

In der Gesprächstherapie geht es darum, sich selbst besser kennenzulernen und wahrzunehmen, problematische Denkstrukturen aufzudecken und dadurch weiterzuentwickeln. Im Gegensatz zu anderen Therapieformen konzentriert sich die Gesprächstherapie nicht auf bestehende Probleme des Patienten, sondern auf das Entwicklungspotenzial der Person im Hier und Jetzt.

 

Eine zentrale Rolle spielt die Haltung des Therapeuten. Der Therapeut schafft ein Klima der Akzeptanz und Wertschätzung, in dem sich der Patient öffnen kann. Der Gesprächsverlauf wird vom Patienten bestimmt, während der Therapeut versucht, das Gesagte samt emotionaler Bedeutung in eigene Worte zu fassen und dem Patienten zu reflektieren. Dieser soll so seine eigenen Gefühle klären und sich wieder umfassender wahrnehmen und durch die Reflexion zu einem besseren Verständnis seiner inneren Welt gelangen.

 

Der Therapeut bringt dem Patienten Achtung und Respekt entgegen und wertet die Aussagen des Patienten nicht. Er gibt keine Ratschläge oder Anweisungen. Er sagt dem Patienten nicht, wie er sich verhalten soll, sondern hilft jedem Patienten, eine individuelle Antwort in sich selbst zu finden. Durch diese Haltung vollziehen sich automatisch Veränderungen im Patienten. Wenn sich der Patient in der Therapie sicher und geborgen fühlt, kann er ohne Hemmungen erforschen, welche inneren Konflikte ihn belasten und diese frei äußern.

AUF EINEN BLICK

Anwendungsbereiche:

psychosomatische Störungen, Belastungsstörungen, Störung von Stimmung und Antrieb, Niedergeschlagenheit, Unausgeglichenheit, Beziehungsprobleme, Selbstwertprobleme

Anwendungsverfahren:

Regulationsmedizin

Behandlungsart:

minimal-invasiv

Behandlungsdauer:

ca. 55 Minuten

Benötigte Sitzungen:

wöchentlich – Je nach Beschwerdebild

Nachbehandlung:

keine

Kosten pro Sitzung:

95 €

ERGÄNZENDE BEHANDLUNGEN

Je nach Beschwerdebild kann als Ergänzung die Neuraltherapie, die Darmaufbautherapie, die Infusionstherapie oder die Stoffwechseltherapie sinnvoll sein.

Weil sie die Ursache ihres Unglücks in äußeren Bedingungen sehen, die sie nicht verändern können, leiden viele Patienten. In der Gesprächstherapie leitet der Therapeut hin zu den inneren Vorgängen, die problematische Denkstrukturen konstruieren und so das Leid bzw. die Unzufriedenheit aber auch deutliche Stresssymptome erzeugen.

 

Eine häufige Ursache dieser festgefahrenen gedanklichen Strukturen sind beispielsweise verzerrte Wahrnehmungen. Der Patient lernt Pauschalurteile („Ich bin nichts wert“) genau zu überprüfen. Dadurch gelangt er im Laufe der Gesprächstherapie zu einer realistischeren Sichtweise („Ich bin wer ich bin. So bin ich gut, auch wenn ich nicht 100% erreiche“).

 

Ziel ist das Lösen von „Problemen“ in Form von problematischen und verfälschten Denkstrukturen, die die freie, kreative Persönlichkeitsentfaltung blockieren. Der Patient erfährt und lernt eine bessere Wertschätzung, und kann sich so sehen und akzeptieren, wie er ist. Die Erfahrungen, die er macht, kann er offen annehmen und muss weder verdrängen, noch verzerren. Der Patient ist dann kongruent, das bedeutet, dass sein Selbstbild mit seinen Erfahrungen übereinstimmt.

Die Wirksamkeit der Gesprächstherapie wurde durch Studien nachgewiesen. Dennoch erstatten die gesetzlichen Krankenkassen diese Therapieform bisher noch nicht. Die Patienten müssen daher selbst für die Kosten aufkommen, wenn sie sich für diese Therapiemethode entscheiden.

Die Gesprächstherapie ist nicht für jeden geeignet. Sie ist nur dann geeignet, wenn eine Person eine Unstimmigkeit (Inkongruenz) zwischen ihrem Selbstbild und ihren Erfahrungen wahrnimmt. Zudem sollte man eine Bereitschaft mitbringen, sich selbst genauer zu erforschen.

 

Bei manchen Persönlichkeitsstörungen oder psychotischen Symptomen ist die Gesprächstherapie ungeeignet, weil der Patient keine Problemeinsicht hat. Die Gesprächstherapie ist auch dann nicht zu empfehlen, wenn die Person Schwierigkeiten hat, sich selbst zu reflektieren oder das Beziehungsangebot des Therapeuten anzunehmen.

In den ersten Probesitzungen kann der Patient herausfinden, ob ihm diese Art der Therapie zusagt. Zudem achtet der Therapeut auf die genannten Kriterien und meldet dem Patienten zurück, ob die Gesprächstherapie für ihn geeignet ist oder nicht.

 

Wie jede Form der Psychotherapie kann auch die Gesprächstherapie in manchen Fällen zu einer Verschlechterung führen oder die Symptome nicht bessern. Wie sich die Therapie entwickelt, hängt stark von der Sympathie zwischen Therapeut und Patient ab. Da die Wirkung der Gesprächstherapie vor allem auf der Therapeut-Patient-Beziehung basiert, ist es wichtig, dass der Patient Vertrauen zum Therapeuten hat. Ist dies nicht der Fall, ist ein Wechsel des Therapeuten sinnvoll.